
Stark bei mir
Boxgestützter Workshop für Frauen
Grenzen spüren. Kraft erleben. Für sich einstehen.
Wann merke ich eigentlich, dass mir etwas zu viel wird?
Wie kann ich ausdrücken, was ich brauche ohne erst warten zu müssen,
bis meine Grenze längst überschritten ist?
Und wie fühlt es sich an, die eigene Kraft bewusst einzusetzen?
In diesem zweiteiligen Workshop verbinden wir Elemente aus dem Boxen mit körper- und bewegungsorientierter psychosozialer Arbeit. Dabei geht es nicht um Kampf, Leistung oder darum, möglichst hart zuzuschlagen.
Das Boxen dient vielmehr als Erfahrungsraum: um den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen,
mit Nähe und Distanz zu experimentieren, die eigene Kraft zu erleben und unterschiedliche
Möglichkeiten des Handelns auszuprobieren.
Was bedeutet Grenzkompetenz?
Grenzen werden häufig mit einem klaren „Nein“ oder „Stopp“ verbunden.
Doch Grenzkompetenz beginnt schon viel früher.
Vielleicht bemerkst du eine Veränderung in deinem Körper. Du wirst unruhig, spannst dich an oder möchtest
einen Schritt zurückgehen. Vielleicht weißt du aber auch noch gar nicht genau, was du brauchst.
Grenzkompetenz bedeutet deshalb nicht einfach, sich stärker durchzusetzen.
Es geht darum,
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eigene körperliche und emotionale Signale wahrzunehmen,
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herauszufinden, was in einer Situation gerade passend ist,
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Nähe und Distanz bewusst zu gestalten,
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Bedürfnisse und Grenzen auszudrücken,
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verschiedene Handlungsmöglichkeiten zu erleben und
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gleichzeitig die Grenzen anderer wahrzunehmen und zu respektieren.
Eine Grenze kann heißen:
Stopp.
Sie kann aber genauso heißen:
Langsamer. Mehr Abstand. Ich brauche Zeit. So passt das. Ja.
Oder: Ich habe meine Meinung geändert.
Warum Boxen?
Boxen macht viele dieser Themen unmittelbar körperlich erfahrbar.
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Wie stehe ich da?
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Wie nah möchte ich jemandem kommen?
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Wie viel Kraft möchte ich einsetzen?
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Kann ich meine Intensität wieder reduzieren?
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Und kann ich in einem aktivierten Moment noch entscheiden, was ich tun möchte?
Mit Boxhandschuhen und Pratzen können Kraft, Abstand, Bewegung und Handlung in einem klaren
und geschützten Rahmen ausprobiert werden.
Dabei wird nicht gegeneinander geboxt. Es gibt kein Sparring.
Es geht nicht darum, Gefühle „wegzuboxen“.
Es geht darum, wahrzunehmen, zu regulieren und handlungsfähig zu bleiben.
Die zwei Abende
Abend 1 – ICH SPÜRE MICH
Grenzen wahrnehmen und ausdrücken
Am ersten Abend steht die eigene Wahrnehmung im Mittelpunkt.
Mit Körper-, Bewegungs- und Partnerübungen erkunden wir unter anderem:
Wie fühlt sich ein stabiler Stand für mich an?
Woran merke ich, dass sich etwas verändert?
Was brauche ich gerade: mehr Abstand, weniger Intensität,
eine Pause oder vielleicht auch ein Weiter?
Wir probieren unterschiedliche Möglichkeiten aus, Grenzen körperlich und sprachlich auszudrücken.
Dabei gibt es kein vorgeschriebenes „richtiges“ Nein. Ein ruhiges, klares Stopp kann genauso
stimmig sein wie ein Schritt zurück oder der Wunsch nach mehr Zeit.
Abend 2 – ICH HANDLE
Kraft erleben und Handlungsmöglichkeiten entdecken
Am zweiten Abend bekommt das boxgestützte Arbeiten mehr Raum.
An den Pratzen kannst du erleben, wie es sich anfühlt, Kraft einzusetzen
und diese gleichzeitig bewusst zu dosieren.
Wir experimentieren damit, stärker und sanfter zu werden, zu beginnen und aufzuhören,
Pausen einzulegen und auf Signale des Gegenübers zu reagieren.
Dabei interessiert uns besonders:
Kann ich mich wahrnehmen, während ich aktiv bin?
Kann ich meine Kraft steuern?
Kann ich Stopp sagen – und ein Stopp meines Gegenübers respektieren?
So entsteht ein Erfahrungsraum für Selbstwahrnehmung, Regulation und Selbstwirksamkeit.
Du bestimmst dein Tempo
Ein wichtiger Bestandteil des Workshops ist die Freiwilligkeit.
Du entscheidest selbst,
wie intensiv du mitmachst,
wie viel Nähe oder Abstand für dich passt,
ob du eine Übung verändern möchtest und
wann du eine Pause brauchst.
Du musst nichts beweisen und keine persönlichen Erfahrungen erzählen.
Alle Übungen können angepasst oder ausgelassen werden.
Für wen ist der Workshop geeignet?
Der Workshop richtet sich an Frauen, die neugierig darauf sind, sich selbst einmal
über Bewegung und Körpererfahrung zu begegnen.
Du brauchst weder Boxerfahrung noch sportliche Fitness.
Vielleicht möchtest du deine eigenen Grenzen bewusster wahrnehmen. Vielleicht fällt es dir
manchmal schwer, Nein zu sagen oder deine Bedürfnisse auszudrücken. Vielleicht möchtest du
deine Kraft einmal auf eine ganz andere Weise erleben.
Oder du bist einfach neugierig.
Du musst kein bestimmtes „Problem“ mitbringen, um teilzunehmen.
Was dich erwartet
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Einfache Elemente aus dem Boxen
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Übungen zu Grenzen und Grenzkommunikation
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Erfahrungen mit Nähe und Distanz
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Körper- und Selbstwahrnehmung
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Kraft erleben und dosieren
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Aktivierung und Regulation
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Reflexion und Übertragung in den Alltag
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Kein Sparring. Kein Boxen gegeneinander.
Frauenzentrum St. Pölten
Herrengasse 3-5
3100 St. Pölten
15. & 22.10.26 | 18:00 - 19.30 Uhr
max. 8 Teilnehmerinnen
Teilnahmebetrag: 52,- €
Grenzen beginnen vor dem NEIN.
Der Workshop ist ein Angebot im Rahmen der psychosozialen Beratung und Prävention und keine Psychotherapie oder Selbstverteidigungsausbildung. Er ersetzt keine erforderliche medizinische, psychiatrische, klinisch-psychologische oder psychotherapeutische Behandlung.
Bei bestehenden körperlichen oder psychischen Erkrankungen sollte vorab geklärt werden,
ob die Teilnahme aktuell passend ist.
FAQ - Häufige Fragen:
Muss ich sportlich sein?
Nein. Der Workshop ist ausdrücklich auch für Frauen gedacht, die keine Sport- oder Boxerfahrung haben.
Muss ich „boxen können“?
Nein. Die Übungen werden einfach und klar angeleitet. Es geht nicht um Technik oder Leistung.
Ist therapeutisches Boxen aggressiv?
Nein. Die Übungen dienen nicht dazu, „aggressiv zu sein“, sondern helfen vielen Menschen dabei, Spannung bewusst abzubauen, Energie zu spüren und wieder klarer im Körper anzukommen.
Muss ich in der Gruppe Persönliches erzählen?
Nein. Austausch ist möglich, aber freiwillig. Niemand muss sich öffnen oder private Themen teilen.
Was soll ich mitbringen?
Bequeme Kleidung und etwas zu trinken. Alles andere ist vor Ort vorhanden.
Kann ich alleine kommen?
Ja – viele Frauen kommen alleine. Der Workshop ist bewusst so gestaltet, dass Begegnung unkompliziert entstehen kann.
Ist das eine Therapie?
Nein. „Stark bei mir“ ist kein Psychotherapieangebot, sondern ein Workshop zur Stressregulation, Körperwahrnehmung und Selbststärkung.

